Made in Mannheim – globaler Erfolg

30. Juni 2016

Es gibt sie tatsächlich: Unternehmer-Geschichten, die man ansonsten nur aus Hollywood kennt. Oder aus dem Silicon Valley. Denn während traditionelle Jobmotoren wie ABB, die Deutsche Bank und selbst die SAP Arbeitsplätze abbauen oder ganze Geschäftsbereiche ins Ausland verlagern, ging der promovierte Biochemiker Dr. Hans-Emil Knoell den umgekehrten Weg: Er entwickelte ein innovatives Geschäftsmodell in Mannheim mit der Marke knoell, das inzwischen weltweit erfolgreich ist: Mit 500 Mitarbeitern betreut knoell an 12 Standorten Unternehmen, die sich wie das Who is who der Weltwirtschaft lesen. Plus viele klein- und mittelständische Unternehmen.

Alles nochmal so – nur früher

„Du musst verrückt sein, dein schickes Chefbüro gegen ein Garagenloft im Existenzgründerzentrum zu tauschen?!“.  Als Dr. Hans-Emil Knoell seine Pläne für die Selbstständigkeit Freunden und Familie vorstellte, erntete er zunächst Kopfschütteln. Kein Wunder: Schließlich begab sich der ambitionierte Hobby-Sportler H.-E.Knoell in einem Alter in die Selbstständigkeit, in der manche bereits über den Vorruhestand nachdenken. Knoell jedoch hatte einen klaren Plan: der beste Full-Service-Provider für die chemische und agrochemische Industrie und Medizintechnik-Unternehmen zu werden und diese bei der Zulassung und Registrierung ihrer Produkte in den jeweiligen Märkten zu unterstützen, waren die Grundzüge des Konzeptes. „Ich würde heute alles noch einmal so machen“, betont der agile Unternehmer. „Bis auf eine Sache: Ich würde früher starten.“

„No Data, no Market“

Das Geschäftsmodell hängt mit der zunehmenden Bedeutung von Produktsicherheit und Umweltbelastung zusammen: Mit immer strengeren Auflagen, Richtlinien und Gesetzen schützen Behörden und Länder weltweit Umwelt, Menschen und Natur vor Gefahren durch Stoffe und Substanzen. Bevor heute eine Substanz oder ein Produkt die Marktzulassung erhält, muss darum der jeweilige Inverkehrbringer durch umfassende Studien und Bewertungen nachweisen, dass etwa vom Tapetenkleister, dem Pflanzenschutzmittel, einem Medizin-Technik- Produkt oder auch der Farbe für das Kinderspielzeug keine Gefahr ausgeht.

USP Glocal Konzept

Bei all diesen „Regulatory Affairs“, wie der englische Fachbegriff dies beschreibt, unterstützen die Unternehmen von knoell ihre Kunden nach dem einzigartigen knoell GLOCAL-Prinzip: Im weltweiten knoell Netzwerk sind die spezifischen Informationen, wie sich ein Stoff unter bestimmten Bedingungen, in der Luft, im Wasser, in der Erde oder bei der Anwendung verhält, vorhanden. Dank der lokalen Präsenz unterstützt knoell seine Kunden persönlich und bereitet die Zulassung im direkten Kontakt mit Unternehmen und Behörden vor. Die Gesellschaften von knoell fungieren dabei flexibel: Unternehmen, die schlicht eine Zulassung benötigen, arbeiten mit knoell als Full-Service-Berater wie mit einer Steuerberatung zusammen. Knoell koordiniert Dienstleister, die die Studien erstellen, analysiert die Datenlage weltweit und ist für andere Unternehmen sogar strategisch entlang des kompletten Produkt-Lebenszyklus tätig.

Das menschliche Maß

Allerdings hatte Hans-Emil Knoell nicht nur in strategischer oder konzeptioneller Hinsicht eine klare Vision: Doch erst die Selbstständigkeit machte es möglich, seine Vorstellungen eines tatsächlich Mitarbeiter-orientierten Unternehmens umsetzen zu können. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Work-Life-Balance, Arbeitszeitkonto, Home-Office, Personalentwicklungsmodelle, ein eigenes Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm – sehr viele Aspekte, die heute im HR-Bereich als Zukunftsmodell gepriesen werden, sind bei knoell schon lange Standard. Heute beschäftigt knoell an 12 Standorten über 500 Mitarbeiter. Viele davon sind diplomierte, promovierte oder sogar habilitierte Wissenschaftler. Um die Talente wie die High Potentials und auch die Mitarbeiter/innen in der Verwaltung in das Unternehmen knoell einzubinden, legt man bei knoell großen Wert auf eine ganz besondere Kultur. Das äußert sich in Events wie dem legendären jährlichen Firmentreffen in einer Jugendherberge bis hin zu reichlich unkonventionellen strategischen Entscheidungen: Um eine wertvolle Führungskraft nicht zu verlieren, die aus privaten Gründen nach Thailand ziehen wollte, gründete knoell kurzerhand eine eigene Niederlassung, die heute substanzielle Beiträge am EBIT leistet.

Bei knoell agierte man schon immer ungewöhnlich. Ungewöhnlich menschlich – und letztlich auch außergewöhnlich erfolgreich. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, wurde das Executive Board aktuell um Dr. Marika Suhm-Tintelnot erweitert. Dass eine Frau ins Führungsgremium berufen wird, löst selbst in DAX-Unternehmen noch PR-Meldungen aus. Bei knoell ist das eine Selbstverständlichkeit. Kein Wunder, bei einem Frauenanteil von knapp 70 Prozent.

Geschäftsfelder: